09.02.99


Sitzung des Arbeitskreises "Ostumgehung"

Eine Überraschung war er schon für mich, der Verlauf dieser Sitzung. Meine Befürchtung, es würde endlose, fruchtlose, emotionsgeladene Wortgefechte geben, wurden nicht bestätigt. Im Gegenteil, die Sitzung verlief in einer schon wieder fast langweiligen Sachlichkeit. Nur gelegentlich blitzten die wirklichen Gefühle der Teilnehmer auf.

Gekommen waren gut 20 Bürger, in der Mehrheit Westumgehungsgegner, aber auch eine gut vorbereitete Minderheit von Ostumgehungsgegnern. Vorgesehen war es, daß ein Teilnehmer die Moderation der Sitzung übernehmen und auch später als Berichterstatter in die Gemeinderatssitzung gehen sollte. Man einigte sich aber schnell, daß die Anwesenden sich untereinander zu wenig kannten, um vorab einen Moderator zu wählen. Frau Wiedmann von der Gemeindeverwaltung solle die Moderation übernehmen, der Berichterstatter solle nach der Diskussion bestimmt werden. So wurde es dann auch gemacht. Fr. Wiemann hatte "zufällig" noch eine weitere Dame von der Verwaltung dabei, die gleich das Aufschreiben auf die Tafel übernahm, wie praktisch!

Auf Anregung aus dem Teilnehmerkreis gab zunächst jeder in einem kurzen Statement seinen Standpunkt und seine Argumente für oder gegen die eine oder andere Umgehung ab. Trotz gelegentlich leicht aufflackernder Diskussionen ging das ganz gut. Die lezten hatten schon Mühe, noch neue Argumente zu finden.

Gewisse Höhepunkte waren eine Fotomontage der Dorfansicht vom Neckar her mit maßstäblich eingezeichnetem Ostumgehungsbauwerk und ein Modell eines kurzen Straßenstücks in Halbschalenbauweise, wie ein Bürger es sich am Neckar vorstellt (technisch aber sehr problematisch). Das Bild beeindruckte wohl auch die anwesenden Westumgehungsgegner. Wie aus vielen Äußerungen zu entnehmen war, meinten auch sie praktisch alle, die Ostumgehung sei in der vorgeschlagenen Form unzumutbar.

Nach der Statementrunde machten sich die beiden Damen von der Gemeindeverwaltung daran, die vorgebrachten Argumente in Pro und Contra Ost- bzw. Westumgehung zu sortieren. Dieser Vorgang fesselte die Bürger aber nicht so sehr; es kam nebenher zu vielen interessanten Gesprächen "im kleinen Kreis". Nach Fertigstellung der sortierten Argumenteliste kam man schnell überein, daß eine Diskussion der einzelnen Argumente fruchtlos sei, da jeder je nach Betroffenheit einen wohl unveränderlichen subjektiven Standpunkt vertreten würde. So einigte man sich noch auf einen sachlich diskutierenden Westumgehungsanwohner als Berichterstatter im Gemeinderat und schied in Frieden auseinander.

Doch halt! So ganz ohne greifbare Ergebnise war der Arbeitskreis doch nicht: