06.12.2006

Flächennutzungsplan

Das Thema "Umgehungsstraße Untereisesheim" liegt im Dornröschenschlaf, aber ganz tot ist es noch nicht. Die Heilbronner Stimme berichtet über die Vorstellung des Vorentwurfs zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans. Solche Pläne werden für die Verwaltungsgemeinschaft Neckarsulm-Erlenbach-Untereisesheim zentral in Neckarsulm bearbeitet.

Mangelnde Information ruft Kritik hervor

Von Heike Kinkopf

Zwei Varianten einer Umgehung von Untereisesheim im Flächennutzungsplan dargestellt

"Wir können nicht endlos wachsen", steckt Bürgermeister Klaus Grabbe das Feld ab, in dem sich die Stadt Neckarsulm in Zukunft weiter entwickelt. Wo ist freie Fläche fürs Wohnen, wo für die Ansiedlung von gewerblichen Betrieben? Der Vorentwurf zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans gibt Auskunft. Darin enthalten ist auch die Variante einer Umfahrung von Untereisesheim, die vom Regierungspräsidium (RP) Stuttgart favorisiert wird und den Vorstellungen von Neckarsulm zuwiderläuft.

Naturschutzgebiet
"Eines gefällt mir nicht", kommentierte etwa Stadtrat Werner Weybrecht den Entwurf des Flächennutzungsplans, als dieser im Gemeinderat besprochen wurde. Im Visier hatte Weybrecht eine "schwarze Linie". Sie kennzeichnet eine Fortführung der bestehenden Umfahrung von Obereisesheim, die links an Untereisesheim vorbei im Westen verläuft. Wie bekannt ist, plädiert Neckarsulm allerdings für eine Ostumfahrung. Stadtrat Herbert Emerich hakte ebenfalls nach: Was es mit der geplanten Ausweisung der Neckaraue als Naturschutzgebiet auf sich hat, wollte er wissen. Will das RP etwa mit einem Naturschutzgebiet Fakten schaffen? Die Befürchtung: Kommt diese Schutzzone, wird eine Ostumfahrung unmöglich.

Information
Emerich forderte eine "klare Informationspolitik" der zuständigen Behörden. Dass die Stadtverwaltung über einen Vor-Ort-Termin mit Jägern in der Neckaraue nicht in Kenntnis gesetzt wurde, stößt nicht nur im Gremium sauer auf. "Die große Kreisstadt sollte erster Ansprechpartner sein", mahnt auch Klaus Grabbe mit Blick auf die publik gewordene Absicht des RP. Verfahrenstechnisch müsse die Stadt die erste sein, die von solchen Plänen erfährt und dazu gehört wird. Das Thema ist noch nicht ausdiskutiert. Für eine Umgehung von Untereisesheim weist der Flächennutzungsplan beide Varianten aus: die von Stuttgart genehmigte Westumfahrung und die von Neckarsulm geforderte Ostumgehung.

... (im weiteren Text kein Bezug mehr zur Umgehungsstraße)

Das geplante Naturschutzgebiet bringt Neckarsulm in eine ganz schöne Zwickmühle: Einerseits will man diesem in der Öffentlichkeit ganz positiv besetzten Thema nicht ablehnend gegenüber stehen, andererseits fürchtet man die Auswirkungen auf den Neckarsulmer Trassenvorschlag. Man möchte jan nicht zugeben, dass man eine Straße durch schützenswerte Natur vorschlägt.