24.01.05

Schwerpunkt der Gemeinderatssitzung am Montag war die Vorstellung und Erläuterung der Planungen für die Umgehungsstraße. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat im Herbst vorigen Jahres die Südwestumfahrung (Variante 5A) ausgewählt. Im Dezember hat das Straßenbauamt dann die entsprechenden Planunterlagen den betroffenen Gemeinden zugestellt. bis zum 28. Februar läuft jetzt die Anhörung der Träger öffentlicher Belange. In diesem Zusammenhang wird am 11. Februar um 19.00h auch eine Bürgerversammlung in der Frankenhalle stattfinden.

Doch hier zunächst der am 27.01. in der Heilbronner Stimme erschienene Bericht über die Gemeinderatssitzung:

Untereisesheimer Räte diskutieren Trassenplanung

Verkehr würde um die Hälfte reduziert

von Petra Halamoda

Jeder Stuhl im Sitzungssaal war besetzt, als Wolfgang Ritter vom Regierungspräsidium und Projektleiter Heinz-Dieter Titze die Planungen zur Umgehungsstraße in Untereisesheim vorstellten.

Die vom Regierungspräsidium favorisierte Variante 5a knüpft in Obereisesheim auf Höhe des Lidl-Marktes an und führt von dort aus nach Westen, so Titze. Nach 1,9 Kilometer Straße beginnt die Gemarkung Untereisesheim. In der Nähe der neuen Halle Sportura Neckarland ist der Grundwasserstand recht hoch, weshalb es nicht möglich sei, die Straße ganz abzusenken. Deshalb müsse die Trasse aufgeschüttet werden.

Rund 150 Meter entfernt soll die Umgehung am Untereisesheimer Kleingartengebiet vorbeiführen. Vom Mühlbachsee bis hin zum Wimpfener Gewann Dornet sind Fangzäune vorgesehen. In Wimpfen wird die Straße mit einer neuen Querspange verknüpft, die über einen Tunnel ins Tal führt. Der Tunnel soll eine Breite von 7,50 Metern haben und 4,70 Meter hoch sein.

Mit der Umfahrung würde der Verkehr in Untereisesheim um 53 Prozent reduziert werden, in Wimpfen im Tal um 71 Prozent, in Wimpfen am Berg um 48 Prozent. 11,6 Kilometer umfasst der Gesamtausbau der Strecke nach Aussage von Heinz-Dieter Titze, die zweispurige Fahrbahn soll acht Meter breit werden.

Gemeinderat Martin Rascher (FWV) fragte, ob der Bau in zwei Abschnitte unterteilt werde, in Straße und Querspange. "Für das Regierungspräsidium handelt es sich auf jeden Fall um eine zusammenhängende Maßnahme", lautete Titzes Antwort. "Es ist aber üblich, diese in Bauabschnitte aufzuteilen. Bleiben wir realistisch. In diesem Jahrzehnt wird die Trasse wohl nicht fertig werden."

Außerdem gebe es auch andernorts Planfeststellungsbeschlüsse, so dass dort eigentlich mit dem Bau begonnen werden könne, dem Land aber das Geld fehle.

Gemeinderat Volker Schoch (UBU) interessierte sich dafür, wie hoch die Dammaufschüttungen werden. "Zwischen drei und vier Metern", war die Antwort. Welches Tempo auf der Straße gelten solle thematisierte Klaus-Peter Kohlhase (CDU). "Zumindest an allen Knotenpunkten werden wohl 70 Stundenkilmeter angeordnet. Die Wahrscheinlichkeit, dass durchgängig Tempo 70 vorgeschrieben werden wird, ist groß", sagte Titze. Erstaunt war mancher Gemeinderat darüber, dass sich der Verkehr im Ort lediglich um 53 Prozent verringern soll. "Schließlich fällt nur der Durchgangsverkehr weg", hieß es. Anwohner aber nutzen die Ortsdurchfahrt natürlich weiterhin.

Michael Rein vom Ingenieurbüro Walter + Partner erklärte dem Gremium, welche Ausgleichsmaßnahmen als Kompensation für den Straßenbau nötig seien. Auf der Gemarkung von Bad Wimpfen etwa soll eine große Streuobstwiesenlandschaft entstehen.

Für Überraschung sorgte Gemeinderat Volker Schoch (UBU) nach der rund dreistündigen Vorstellung der Planungen. Gemeinsam mit seinem Fraktionskollegen Gerd Sommer (UBU) stellte er Anträge auf einen Bürgerentscheid zum Thema Trasse und darauf, dass die Umgehungsstraße in die Hauptsatzung der Gemeinde aufgenommen wird.

"Ich finde diese Sachanträge nicht fair", war die Reaktion von Martin Rascher (FWV). Auch bei Ulrich Eberhard stieß das Vorgehen nicht auf Gegenliebe. "Wir sollten die Sache nicht verkomplizieren", fand er. "Wir brauchen die Ortsumfahrung, und wir wollen sie auch."

Bürgermeister Jens Uwe Bock informierte, dass ein Antrag auf Änderung der Hauptsatzung rein formell nicht mitten in der Sitzung gestellt werden könne. "Das stand nicht auf der Tagesordnung und bei der Frage zu Anfang, ob diese ergänzt werden solle, hat sich niemand gemeldet", so Bock.