18.12.04


Die Heilbronner Stimme hat auf den drei betroffenen Rathäusern in Wimpfen, Untereisesheim und Neckarsulm Stellungnahmen zu der neuesten Verlautbarung des Regierungspräsidenten abgefragt.

Was gesagt wurde, sind die altbekannten Standpunkte, bis hin zu der schon oft gehörten Prozessdrohung aus Neckarsulm:

Neckarsulm erwägt juristische Schritte

Von Petra Halamoda und Barbara Barth

Bad Wimpfen, Neckarsulm und Untereisesheim sind jetzt gefordert. Anregungen und Bedenken zur geplanten westlichen Umgehungsstraße werden sie Anfang 2005 dem Regierungspräsidium Stuttgart mitteilen.

"Das ist für uns ein ganz wichtiger Schritt", sagte Bad Wimpfens Bürgermeister Claus Brechter. "Wir sind darauf angewiesen, dass das Planfeststellungsverfahren zeitnah weitergeht." Im Januar werde voraussichtlich eine Bürgerversammlung stattfinden, kündigte Brechter an. Der Rathauschef begrüßt nicht nur, dass sich der Verkehr in der Ortsdurchfahrt stark reduziert, sondern auch, dass die ganze Umgebung entlastet wird.

Die geplante Umfahrung soll auf Höhe der Lidl-Filiale an der Ortsumgehung Obereisesheim anfangen. Sie schwenkt zwischen Ober- und Untereisesheim nach Westen ab. Im Bereich der Wimpfener Gewanne "Dornet" und "Obere Höhe" wird die Straße mit einer neuen Querspange verknüpft, die über einen Tunnel hinab nach Bad Wimpfen im Tal führt und dort die bestehende B 27 mit der Umgehungsstraße verbindet.

Dem Gutachten des RPs von Anfang 2004 hatte Neckarsulms Bürgermeister Klaus Grabbe damals entnommen, dass die Trasse in zwei Bauabschnitte aufgeteilt werden könnte. Der erste und billigere (16 Millionen Euro) wäre der Straßenbau zwischen Ober- und Untereisesheim Richtung Bad Rappenau gewesen. Der zweite Abschnitt ist die teurere Querspange für 20 Millionen Euro. Wird der zweite Bauabschnitt überhaupt noch realisiert, wenn schon der erste Bad Wimpfen das Kurprädikat sichert? Das hatten sich die Bürger damals gefragt.

"Ich gehe nicht davon aus, dass es zwei getrennte Bauabschnitte geben wird", sagt Wimpfens Bürgermeister Claus Brechter heute. "Das wäre - auch für Wimpfen - nicht zu akzeptieren."

Untereisesheims Verwaltungschef Jens Uwe Bock hofft, dass die Straße so schnell wie möglich gebaut wird und zwar mit der Querspange: "Sonst macht's keinen Sinn. Untereisesheim darf nicht unter die Räder kommen." Entwarnung gab Roland Baumann, Pressesprecher des Regierungspräsidiums: "Die Umgehungsstraße ist eine einheitliche Maßnahme."

"Neckarsulm wird bis zum 28. Februar eine Stellungnahme abgeben", meinte Baubürgermeister Klaus Grabbe gestern auf HSt- Anfrage. In Verbindung mit dem Gutachter der Stadt würden Anregungen vorgebracht. "Klar ist", so Grabbe, "dass es bei unserer ablehnenden Haltung der vorgeschlagenen Trasse bleibt". Neckarsulm fordere eine wirkungsvollere und den Ansprüchen des Umweltschutzes gerechter werdende Ortsumfahrung Untereisesheims und Wimpfens. "Wir gehen davon aus, dass eine grundsätzliche inhaltliche Diskussion noch nicht erfolgt ist", sagte Grabbe. Unverändert auch die Position von Oberbürgermeister Volker Blust: Sollte es zu der Westumfahrung kommen, werden notfalls auch juristische Schritte eingeleitet.



Die vom Regierugspräsidenten genannten 14 Ordner mit Voruntersuchungen sind Neckarsulms Baubürgermeister Grabbe also noch nicht genug. Er meint, eine grundsätzliche inhaltliche Diskussion fehle noch, was immer das auch heißen mag.

Herr Grabbe hatte früher ja suggeriert, die Trasse A solle zwar von Obereisesheim bis zum Wimpfener Ortsausgang Richtung Rappenau gebaut werden, die Querspange zur Neckarbrücke aus Kostengründen aber wohl entfallen. Immerhin lässt der Regierungspräsident jetzt klarstellen, dass man daran nicht denkt.

Was von Neckarsulmer Seite nicht gesagt wird, ist, dass die "Querspangeneinsparung" überhaupt kein Argument gegen die Westumgehung ist: Auch in der von Neckarsulm-Obereisesheim vorgeschlagenen Ostumgehung (Variante F) ist diese teuere Querspange enthalten und könnte genauso weggelassen werden.