16.12.2004


Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart



Anhörung der Träger öffentlicher Belange zur Planung
Andriof: Wichtiger Schritt für bedeutendes Infrastrukturprojekt

Das Regierungspräsidium Stuttgart hat in diesen Tagen im Rahmen der Entwurfsplanung zum Neubau der Ortsumfahrung von Untereisesheim und Bad Wimpfen die Anhörung der Träger öffentlicher Belange eingeleitet. Regierungspräsident Dr. Udo Andriof: "Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Kurstadt Bad Wimpfen, aber auch die Nachbargemeinde Untereisesheim wirkungsvoll vom Durchgangsverkehr und somit auch von Lärm und Abgasen zu entlasten. Die beteiligten Gemeinden und Fachbehörden haben nun die Gelegenheit, sich zur Planung zu äußern und Anregungen und Bedenken vorzubringen."

Die geplante Umfahrung soll auf Höhe der Lidl-Filiale an der bestehenden Ortsumgehung Obereisesheim beginnen und diese zunächst über die Neckarhochfläche in Richtung Untereisesheim verlängern. Die neue Trasse schwenkt dann zwischen Ober- und Untereisesheim unter Anlehnung an die vorhandene Hochspannungsleitung nach Westen ab und wird im weiteren Verlauf in einem mittleren Abstand von 400 m westlich von Untereisesheim zügig weitergeführt. In etwa gleichem Abstand soll anschließend Bad Wimpfen am Berg im Süden und Westen bis zum Übergang in die bestehende L 530 umfahren werden. Im Bereich der Gewanne "Dornet" und "Obere Höhe" wird die Umgehungstrasse mit einer neuen Querspange verknüpft, die über einen ca. 770 m langen Tunnel hinab nach Bad Wimpfen im Tal führt und dort über die Neckarbrücke die bestehende B 27 mit der Umgehungstrasse verbindet. Die Kosten für diese wichtige Infrastrukturmaßnahme sind bei einer Ausbaulänge von insgesamt ca. 9 km auf rund 36 Mio. veranschlagt.

Die Bedeutung und Schwierigkeit des Vorhabens wird bereits am Umfang der seit vielen Jahren betriebenen planerischen Untersuchungen deutlich. Mittlerweile sind 20 Varianten für eine Umfahrungstrasse diskutiert worden, wobei drei grundsätzlich alternative Korridore zur Auswahl standen. Zur Ermittlung der so genannten Vorzugsvariante sind neben der verkehrstechnischen Planung weitere umfangreiche fachtechnische Untersuchungen durchgeführt worden. Hierzu zählen eine Umweltverträglichkeitsstudie, faunistische Untersuchungen, Immissionsgutachten zu Verkehrslärm und Luftschadstoffen sowie eine verkehrswirtschaftliche Untersuchung. Insgesamt füllen die Pläne und Fachgutachten etwa 14 Planordner.

Die umfassende Bewertung und Abwägung der 20 untersuchten Varianten, die sich u.a. auf die Kriterien Verkehr, Lärm, Umwelt und Kosten erstreckte, führte im Ergebnis zu der so genannten Raumtrasse "Fortschreibung Variante 5 A", die der jetzt vorliegenden Planung zugrunde liegt.

Das Regierungspräsidium geht davon aus, dass die Prüfung und Auswertung der Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange im 1. Quartal 2005 abgeschlossen werden kann. Im Anschluss daran wird der detaillierte Straßenbauentwurf einschließlich des Landschaftspflegerischen Begleitplans aufgestellt und dem Umwelt- und Verkehrsministerium zur Genehmigung vorgelegt. Danach kann das erforderliche Planfeststellungsverfahren vorbereitet werden.