12.09.03


Sachstand im September

Zitat aus der Heilbronner Stimme von heute:

"Nach bisherigem Untersuchungsstand, so das Straßenbauamt Heilbronn, ist die von Wimpfen und Untereisesheim beschlossene Trasse A immer noch der Favorit."

Nach einem heißen Sommer völlig ohne heiße Diskussionen zu unserem Thema berichtet heute die Zeitung wieder einmal über den Stand des Projektes. Zunächst einige neue Zahlen zum Verkehr: 12950 Fahrzeuge pro Tag durch Untereisesheim, 13250 durch Wimpfen im Tal, 19750 durch Wimpfen am Berg und 12850 zwischen Bonfeld und Bad Rappenau. Gerade auf der letztgenannten Straße ist das Verkehrsaufkommen besonders stark gestiegen.

"Schon diese Zahl unterstreicht deutlich die Notwendigkeit einer Westumgehung",

schreiben Rolf Muth und Barbara Barth in der H.St., wobei sie wohl das Straßenbauamt zitieren. Der Wimpfener Bürgermeister Claus Brechter sieht das genauso:

"Für uns ist nach wie vor diese Variante tragend für die wirklich optimale Entlastung, die uns das Heilbad-Prädikat erhalten soll." Die Neckarsulmer Lösung lehnt er ab. Sie sei schon vor Jahren wegen hoher Investitionskosten und "unüberbrückbarer ökologischer Probleme" ad acta gelegt worden.

Aber noch ist nichts entschieden; noch keine Variante ist aus dem Verfahren ausgeschieden worden. Diese Auskunft erhielten auch Oberbürgermeister Blust, Baubürgermeister Grabbe und Ortsvorsteher Gastgeb aus Neckarsulm, die im Juli eigens nach Stuttgart zum Regierungspräsidenten fuhren. In zwei, drei Wochen solls wieder dorthin gehen. Das Regierungspräsidium muss wohl sehr gründlich arbeiten, denn der ins Auge gefasste Zeitplan kann sicher nicht mehr eingehalten werden. Das Planfeststellungsverfahren wird wohl erst 2004 eingeleitet. Die Sorgfalt ist aber auch nötig, denn Oberbürgermeister Blust wiederholte seine Aussage, man werde gegen die Trasse A ggf. gerichtlich vorgehen. Das kann sich dann sehr lange hinziehen. Die Hoffnung von uns Untereisesheimern, noch vor Ende dieses Jahrzehnts die Umgehungsstraße zu bekommen, erfüllt sich dann eventuell nicht mehr.



Passend zum Thema und am gleichen Tag berichtet die Eisesheimer Bürgerinitiative in der Wochenbeilage "Neckarsulmer Stimme" davon, wie sie den Landtagsabgeordneten Reinhold Gall, der sich pragmatisch für die Trasse A ausgesprochen hatte, bekehren wollte: Man machte eine zweistündige Fahrt im pferdegezogenen Planwagen entlang der Trasse. Eigentümliche Rituale, wie ich schon im Mai schrieb ...



Nachtrag vom 13. Oktober:

Neben zwei Pferden gelingt es der EBI weiterhin leicht, auch die Heilbronner Stimme vor ihren Karren zu spannen. Bei der schon erprobten Planwagenfahrt versuchten diesmal neun (!) Neckarsulmer und Obereisesheimer, drei Wimpfener Stadträte von den Nachteilen der Trasse A zu überzeugen. Barbara Barth und Rabea Sattar von der HSt. durften anscheinend auch mitfahren und berichteten großformatig.