22.01.03


Heute fand in der mit über 300 Besuchern bis zum Rand gefüllten Gemeindehalle in Obereisesheim eine Informationsveranstaltung zum Neckarsulmer Gegengutachten statt. Auch nach dieser Veranstaltung habe ich an meinen auf Presseartikeln basierenden Anmerkungen (siehe 30.11.02) nichts zu korrigieren.

Die Neckarsulmer Verwaltung gab sich äußerst engagiert, ja kämpferisch in ihren Stellungnahmen, was die große Mehrheit der anwesenden Obereisesheimer sicher mit Erleichterung zur Kenntnis nahm. Die Gutachter wirkten dagegen recht blass, blieben mit ihren Argumenten auf einer abstrakten und wenig konkreten Ebene und mit ihren grafischen Darstellungen bei einem großflächigen Maßstab, der nichts zur Lösung der wirklichen Probleme beitragen konnte. Die Meinung des Gutachters z.B. zu dem schwierigen Thema der Straßenführung im Tal an Untereisesheim vorbei würde ich als Ratlosigkeit bezeichnen. Dafür wusste Baubürgermeister Grabbe um so genauer Bescheid. Z.B. meinte er, das sei ja einer der Vorteile der Straßenführung ganz nahe an Untereisesheim entlang, dass dann der Rest des Tales bis zum Neckar noch zur Realisierung des "Leitbildes Neckartal" zur Verfügung stünde. Außerdem sei das Gerede über die Neckaraue sowieso falsch, da es im Tal noch Äcker gebe und damit gar keine Aue vorliege. Da wollen wir doch mal aus dem Lexikon zitieren: "Aue, Talaue, der bei Hochwasser überflutete und mit dessen Sedimenten (Aueböden) überlagerte Teil des Talbodens."

Im Gedächtnis bleiben aus dem Gutachten die Abstrahierung des Geländes zwischen Obereisesheim, Untereisesheim, Bad Wimpfen, HN-Biberach und der Autobahn zu einer runden grünen Scheibe ("Behalten Sie diesen Kreis im Kopf!" sagte Professor Wick) und eine Darstellung der schützenswerten Biotope im Gelände über Wimpfen im Tal als grünes Maschenwerk. Warum wohl auf das von der Trasse A durchquerte Gelände nicht die Darstellung als Biotop-Maschen angewandt wurde? Als "sehr, sehr kostbares Gut" und "unermesslichen Reichtum" bezeichnete der Professor den im Kopf zu behaltenden Kreis. Womit er sich diese Attribute verdient, blieb für mich etwas unklar; es wurde wohl der Fantasie des Zuhörers überlassen. Angeführt wurde die Größe des Gebietes, definiert über begrenzende Straßen, vermutlich Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen. In dem Gebiet liegen bei Obereisesheim einige Aussiedlerhöfe und das meines Wissens von Jedermann zu befahrende Sträßchen zur Waldschenke. Wahrscheinlich liegt der unermessliche Reichtum ja in seiner Eignung für zukünftige Bebauung. Die aus alten Studien schon bekannten Entwicklungsrichtungen von Ober- und Untereisesheim in die Felder hinein wurde jedenfalls noch einmal kurz aufgezeigt. Der jetzt von Obereisesheim heftig verteidigte Erholungsraum wird dann sicher leichten Herzens aufgegeben.

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