16.10.02


Heute berichtet die Heilbronner Stimme von der Gemeinderatssitzung am Montag über ein Thema, das zwar nicht unmittelbar die Umgehungsstraße betrifft, aber mit einer Ostumgehung kaum vereinbar ist: das Leitbild Neckartal. Dass die optimistischen Zukunftsperspektiven für das Neckartal die Westumgehungs-Gegner aufschrecken würden, war zu erwarten (siehe ganz unten).


Gisela Fleig-Harbauer zeigt in Untereisesheim Möglichkeiten für das Neckarleitbild in der Gemeinde auf.

In der Planung stecken auch Träume

Von Petra Halamoda

Viel zu staunen hatten die Gemeinderäte, als Landschaftsplanerin Gisela Fleig-Harbauer ihre Vorschläge zum Neckarleitbild in Untereisesheim präsentierte. Die Anregung beispielsweise eine Badestelle einzurichten, erschien manchem schmunzelnden Zuhörer wohl kühn, der abschließende Applaus war aber groß.

"Das sind ehrgeizige Ideen", resümierte Bürgermeister Karlheinz Weigelt. Es gehe darum, den Neckar zu erhalten und zu schützen, so der Rathauschef. Neckarsulm, Gundelsheim, Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen, Offenau, Bad Rappenau mit Heinsheim, Haßmersheim, Neckarsulm und Untereisesheim arbeiten gemeinsam an der Vernetzung der Landschaft am Neckar. Für jede Kommune gibt es dabei eigene Vorhaben und Projekte.

Hauptziel ist es auch in Untereisesheim, den Einwohnern eine attraktivere Naherholungsfläche zu bieten. Die Finanzierung ist allerdings noch offen: "Wir hoffen, dass entsprechende Fördermittel zur Verfügung stehen", so Weigelt.

Geplant hat Gisela Fleig-Harbauer für die Kommune eine sogenannte Neckarspange. Diese erstreckt sich über einen weiten langen Bogen entlang der Ortskante von Untereisesheim zum Neckar hin und wird so zum Bindeglied zwischen dem Ort und den Neckarwiesen. Das Zwischenfeld dieser Spange, so die Planung, bilden pflegeleichte, landschaftstypische Wildblumenflächen wie Mohn, Margeriten und Weiderich, die als breite Streifen angelegt werden.

Die Neckarspange selbst soll auf der einen Seite aus einem breiten Weg bestehen, auf der anderen Seite aus einem schmalen, der nahe der Hangkante am renaturierten Ochsenwartgraben entlang führt.

Besonders liegen Gisela Fleig-Harbauer die Wege von der Gemeinde hinunter an den Fluss am Herzen. Die Station am Schafhaus, so die Landschaftsarchitektin, bilde ein wichtiges Verbindungsglied zwischen bestehendem und neu geplantem Wohngebiet an die Neckarwiesen. Der schöne Blick zum alten Neckar und in die Neckarwiesen könne an dieser Stelle auch für Kinder- oder Wiesenfeste genutzt werden. Vorgeschlagen wurde auch ein neuer Zugangsweg vom Parkplatz am Friedhof, sowie im Bereich neues Gewerbegebiet Kiesgraben II am Ortsende.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau eines ortsprägenden Landschaftsbildes am Rande Untereisesheims, so Fleig-Harbauer. Außerdem sei die Renaturierung des Ochsenwartgrabens eine wichtige Maßnahme. "Es ist gut, dass sich die Gemeinden zusammengetan haben, um Konzepte für ein schöneres Neckarufer zu entwickeln", sagte Frank Becker (FWV).

"In den Plänen stecken auch Träume drin", stellte Bürgermeister Karlheinz Weigelt fest. Martin Rascher (FWV) war mit den Vorschlägen sehr zufrieden. Außerdem überlegte er, ob wohl auch eine kulturelle oder gastronomische Nutzung der Anlage in Betracht käme.


[Das Gewerbegebiet heißt natürlich nicht Kiesgraben sondern Kressgraben.]



 
09.11.02


Die aufgebrachte Antwort der Eisesheimer Bürgerinitiative war jetzt als Leserbrief in der Heilbronner Stimme zu lesen:


Genauer nachdenken

Zum Thema:

"Neckarleitbild in Untereisesheim"

Gisela Fleig-Harbauer zeigt dem Untereiseheimer Gemeinderat ehrgeizige Ideen und der Gemeinderat jubelt! Doch wer von diesen Räten hat denn schon genauer nachgedacht? Im Süd-Westen von Untereisesheim segnet dieser Gemeinderat einstimmig eine Umgehung ab, die die Zerschneidung und somit die Zerstörung eines intakten und wesentlich größeren Naherholungsgebietes zweier Gemeinden, Ober- und Untereisesheim, zulässt.

Es wird von Wildblumenpflanzungen gesprochen, die mindestens einmal pro Jahr durch das Hochwasser vernichtet werden. Es soll ein ortsprägendes Landschaftsbild am Rande von Untereisesheim geschaffen werden.

Auf der gegenüberliegenden Seite will dieser Gemeinderat das vorhandene und wesentlich ausgedehntere Landschaftsbild durch eine Umgehungsstraße zerstören. Des weiteren steht die gastronomische Nutzung auf dem Wunschzettel. Wer zahlt jedoch die jährliche Hochwassersanierung? Dafür wird im Süd-Westen die "Abkopplung" der von der Bevölkerung angenommenen Freizeithütten Hölzle, Hohe Marktstein, Waldschenke und des Züchterheims zugelassen.

Am Ende besteht in Untereisesheim auf keiner Ortschaftsseite mehr ein ortsprägendes Landschaftsbild. Die eine Seite ist durch die Süd-West-Umfahrung zerstört und für die Neckartalseite gibt's kein Geld. Frau Harbauer und die Gemeindeverwaltung sollten sich besser Gedanken über eine vernünftige Integrierung einer modifizierten Umgehungsstraße im Neckartal machen. So kann man die bestehende Umwelt sowie den Geldbeutel schonen und umgeht, dass Untereisesheim am Ende ohne jegliche Lösung oder noch schlimmer, nur mit Verlusten dasteht.

Volker Schoch, Untereisesheim


H. Schoch ist Mitglied der Sprechergruppe der "Eisesheimer Bürgerinitiative gegen die Süd-West-Umfahrung"


Ich will das nicht weiter kommentieren. Es ist die übliche Argumentationsweise der EBI: Zuerst werden (aus meiner Sicht sehr fragwürdige) Behauptungen aufgestellt. Darauf wird dann die weitere Argumentation aufgebaut.