21.03.01


"Untereisesheim braucht dringend eine Umgehungsstraße"

Im März 2001 ist wieder einmal Wahlkampf, diesmal für den baden-württembergischen Landdtag. Auf dem Diskussionsforum des Neckar-Express wird auch unser Thema wieder aufgerührt. Ob den Kandidaten oder nur der Berichterstatterin die Enzelheiten nicht ganz geläufig waren ist nicht klar, jedenfalls wirkt der Text leicht verworren:

Vor allem zwei Themen kristallisierten sich im zuende gehenden Wahlkampf als heiße Eisen auf kommunaler Ebene heraus: Das der Bildungspolitik zuzuordnende Problem der Schulausfallzeiten an Berufsschulen und die Diskussionen um den Bau einer Umgehungsstraße für Untereisesheim.

Die entscheidende Frage zu letzterem Thema stellte Ulrich Peters, Bezirksdirektor aus Untereisesheim: "Das Verkehrsaufkommen auf der L 1100 hat überdurchschnittlich zugenommen. In Hauptzeiten staut sich der Verkehr bis nach Sinsheim. 20.000 Autos passieren Untereisesheim täglich. Wir brauchen dringend eine Umgehungsstraße. Wie können Sie die Frage im Landtag einbringen?" Damit war die Debatte eröffnet.

"Ich bin niemand, der zurückschaut. Ich habe meine Jugend in Untereisesheim verbracht. Die L 1100 ist die am stärksten belastete Landesstraße im ganzen Unterland", pflichtete Harry Brunnet Ulrich Peters Ausführungen bei.

Zurzeit wird ein Raumordnungsverfahren durchgeführt. Laut Bernhard Lasotta würde die Maßnahme 170 Millionen Mark beanspruchen, die Hälfte des gesamten Straßenbau-Etats für Baden-Württemberg. Lasotta: "Man kann nicht für ein, zwei Städte den halben Etat verbrauchen, aber ich halte eine Teilmaßnahme zwischen Ober- und Untereisesheim für finanzierbar."

"Wenn nicht die Bedeutung eines solchen Vorhabens sondern die Kosten im Vordergrund stehen, dann ist etwas nicht in Ordnung im Land", kritisierte Klaus Grabbe, Baudezernent in Neckarsulm. Brunnet: "Die Haushaltsmittel müsen erhöht werden." Gall: "Der Bau einer Umgehungsstraße ist dringend notwendig." Lasotta monierte, dass die Maßnahme im Gemeinderat lange blockiert wurde. "Es wurde eine Tunnellösung für Bad Wimpfen gefordert in Höhe von 150 Millionen Mark, das muss man der Ehrlichkeit halber sagen", so der stellvertretende Bürgermeister von Bad Wimpfen. Und: "Für ein Planfeststellungsverfahren muss man mindestens sieben bis acht Jahre rechnen." Gall protestierte: "Reden Sie doch keinen Blödsinn. Man hat versucht, sich auf die beste Lösung zu einigen, aber doch nicht blockiert."